Ergänzung zur Erkundungstour der Bunkeranlagen Zossen – Wünsdorf im Nov. 2009

Der Panzer VIII "MAUS“ in Zossen
      
Nahzutragen zum Erlebnisbericht der großen „Zossen – Maybachbunker“ Tour ist meines Erachtens noch die Episode um den viel diskutierten Panzer „MAUS“, der noch in den letzten Tagen des Krieges im Zossener Kasernenbereich, unweit der „Maybach Bunkerhäuser“ Stellung bezogen hatte.
Der Panzer VIII "MAUS“ war der größte bekannte und bewegliche Panzer zur damaligen Zeit. In Zossen wurde einer von zwei fertiggestellten direkt auf der Straßenkreuzung im Zentrum der Bunkerstadt in Verteidigungsposition gebracht. Durch die vier zusammenlaufenden Straßen war dies ein strategisch wichtiger und günstiger Standort zur Sicherung dieser Zugangswege. Allerdings kam es durch den weiteren Kriegverlauf hier zu keinerlei Kampfhandlungen und der „Monsterpanzer“ konnte durch die nicht schlecht staunenden Russen erbeutet werden. Nach einer umfangreichen Begutachtung kamen die Russischen Offiziere auf die Idee, den Panzer zu sprengen und setzten zu einem ersten und letzten Versuch an. Bei diesem Versuch und dessen Scheitern sollte es dann auch bleiben. Der VIII "MAUS“ selbst kam mit geringen Zerstörungen davon, während die Dächer und ein Großteil der Fenster in den umliegenden Gebäuden durch die Sprengwellen schon deutlich größere Schäden davontrugen.
Nachdem die Sprengung selbst nicht den erhofften Erfolg erzielte, wurde dem Panzerturm mit kräftigen Sonder - Kraftfahrzeugen zu Leibe gerückt. Der Turm wurde nach einigen Kraftanstrengungen abgehoben. Später wurde dieser auf dem Unterbau eines zweiten VIII "MAUS“ Panzers aufgesetzt. Dieser befand sich auf dem Gelände der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf. Später wurden diese nach Russland verbracht. Heute kann man das Monstrum, Unterbau Panzer Kummersdorf mit dem Panzerturm des in Zossen stationierten VIII "MAUS“ im Militärmuseum Kubinka bei Moskau besichtigen.

Die Schlagkraft dieser unheimlichen Waffe konnte durch den Verlauf des Krieges nie in einer realen Kampfsituation ausgespielt werden.  

Beide Panzer VIII "MAUS“ wurden auf dem Gelände der Heeresversuchsstelle Kummersdorf montiert, anschließend in Böblingen getestet und kamen im Frühjahr 1945 in die HVS - K (Kummersdorf) zurückgeführt.

Quellen:  Aussagen bei der Führung

Panzer VIII („Maus“); Der 188 – Tonnen – Koloß

Die Bezeichnung „Maus“ dürfte so ziemlich das Gegenteil dessen ausdrücken, was mit diesem Panzer intendiert war. Wäre dieser Panzer nämlich in Serie gegangen, wäre er der gewaltigste gewesen, der jemals gebaut wurde. Nach den „Erinnerungen“ von Albert Speer wurde der Deckname „Maus“ gewählt, um Spione irrezuführen.
Hitler persönlich beauftragte Ferdinand Porsche bereits im November 1941 mit der Konstruktion dieses stählernen Monstrums, das mit einer 12,8cm KwK-L/78 ausgerüstet werden sollte. Das er überdies eine starke Panzerung bekommen sollte, liegt in der Natur dieses Projekts.
Bereits beim „Jagdtiger“ zeigte sich aber, das sich das Gewicht eines Panzers nicht unbegrenzt steigern ließ, sollte es nicht zu Nachteilen kommen, die den Kampfwert deutlich herabsetzten. Zu nennen wären hier im einzelnen extremer Benzinverbrauch, geringe Geschwindigkeit und vor allem die Tatsache, daß die meisten Brücken dieser Zeit eine derartige Menge an Stahl nicht tragen konnten. Für den „Maus“ wollte man, um diese offensichtlichen Nachteile auszugleichen einen 1 200 PS – Motor einbauen; selbst dieser Motor hätte wohl aber nicht ausgereicht um die Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h zu erreichen. Für spätere „Maus“ - Versionen sollen überdies 150mm- und sogar 170mm Kanonen in Planung gewesen sein.
Bis zum Kriegsende wurden zwei Prototypen (V1 und V2) gebaut, die schließlich gesprengt werden mußten, als sowjetische Truppen das Versuchsgelände Kummersdorf erreichten. (Diese Aussage deckt sich nicht mit oben niedergeschriebenen Erläuterungen – TB). Die sowjetischen Streitkräfte bauten zu Testzwecken den Turm des V1 auf die Panzerwanne des V2 und schickten den umgebauten Panzer nach Moskau. Er steht heute als einziger „Maus“ Panzer im Panzermuseum Kubinka in Moskau.
Entscheidend für die Stornierung des Auftrages im Oktober 1943 war wohl, daß die Ressourcen, die zur Verfügung standen, niemals ausgereicht hätten, um diesen Gigant in Serienfertigung produzieren zu können, geschweige denn in einen einsatzfähigen Zustand zu bringen.


Technische Daten
Panzer VIII „Maus“


Besatzung                       5 Mann
Gewicht gesamt              188 Tonnen
Maße:                              Länge 10,09m, Breite 3,67m, Höhe 3,66m
Panzerung                      50 bis 240mm
Bewaffnung                    128mm KwK 44 L/55 (Prototypen) oder 155mm KwK L/44 (Serie)
Motor                              1 200 PS Daimler - Benz – MB – 509 – Motor
Höchstgeschwindigkeit   20 km/h aus der Straße

Zwei Prototypen des Panzerkampfwagen „Maus“ waren 1944 in der Erprobung; in Serie gebaut wurde der Panzer, bei dem alleine das Gewicht des Turmes 50 Tonnen betragen sollte, allerdings nie. Der Turm eines der Prototypen wurde von Ferdinand Porsche durch ein viereckiges Gewicht ersetzt.

Quelle:
Gigantische Visionen, Architektur und Hochtechnologie im Nationalsozialismus. Michael Ellenberger

Fotos: Panzer "Maus" - Halle in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf

                                                                                  

 

  

Kummersdorfer Gut. Die Panzer- oder MAUS - Halle war klimatisiert so dass man z.B. Startversuche unter Exrtembedingungen wie starker Kälte simulieren konnte.

www.youtube.com/watch
               

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