U - Verlagerung NAUTILUS - Die Bikerhöhle

Bau- Objektnummer 1092. Konstruktionsnummer 155

Bauausführung durch Organisation Todt, Einsatzgruppe VII

Rüstungskontrolle IVb Sudetengau

Im Herbst 2013 begaben wir uns wiedereinmal in den Sudetengau um unter anderem die Untertage - Verlagerung NAUTILUS zu besuchen. Sie dient heutzutage einem hießigen Bikerclub als Domizil und kann auf regen Zuspruch aus dem inn- und Ausland verweisen. Die Naturhöhle diente einst dem Glassandabbau zur Spiegelproduktion. In der heutigen Bikerhöhle, der ehemaligen Untertage - Anlage NAUTILUS lief die Produktion der Maschinenkanone MK 108 für die deutsche Luftwaffe. (Messerschmitt BF 109, Messerschmitt Me 262 "Schwalbe" & Focke Wulf FW 109). Relativ wenig zeugt heute noch von der angelaufenen Produktion. Betonierte Fußböden, Maschinenfundamente und einige eingezogene Mauerwände erinnern an das Rüstungswerk in der Naturhöhle. Imposant erhebt sich der Berg im Gelände, die Höhle beinahe wie eng umschlungen.

Maschinenkanone MK 108 

Die 30-mm-Maschinenkanone MK 108 der Firma Rheinmetall-Borsig war eine schwere Bordwaffe für deutsche Jagdflugzeuge zur Zeit des Zweiten Weltkriegs

Geschichte:

Die Entwicklung der MK 108 begann im Jahr 1940 ohne staatlichen Auftrag bei der Firma Rheinmetall-Borsig. Die Waffe war als schwere Bordwaffe für deutsche Jagdflugzeuge vorgesehen.[1] Eine Weiterentwicklung wurde von dem damaligen Generalluftzeugmeister Generaloberst Ernst Udet nach einer Vorführung des Prototyps verweigert. Es kam erst nach dem Tod von Udet 1941 und der Forderung nach einer stärkeren Waffe seitens der Jagdflieger zu einer Weiterentwicklung der MK 108. Die Notwendigkeit zu einer schweren Bordwaffe mit einem Kaliber von 30 mm wurde auch deshalb dringender, da im Verlauf des Kriegs die Größe der feindlichen Bomber und deren Beschussfestigkeit aufgrund der verstärkten Panzerung immer weiter zunahm. Ferner zwang das starke Abwehrfeuer der in geschlossenen Pulks agierenden Feindbomber sowie der eskortierenden Begleitjäger (zum Beispiel North American P-51) die deutschen Jagdflugzeuge, ihre Angriffe bei höchstmöglicher Geschwindigkeit durchzuführen. So befanden sich die schweren Bomber als bevorzugte Ziele nur für einen sehr kurzen Augenblick im Fadenkreuz und konnten zwangsläufig auch nur kurz beschossen werden. Umso wichtiger wurde es deshalb, die Anzahl der Projektile zu erhöhen und auch deren Zerstörungskraft zu steigern. Dementsprechend wurden die MK 108 speziell zur Bekämpfung von Flugzeugen entwickelt.

Bei der MK 108 handelte es sich um eine kompakte Waffe mit vergleichsweise geringem Gewicht und hoher Schussfolge. Die Probleme der MK 103 in Hinsicht auf Gewicht und Länge – die MK 108 war 88 kg leichter und 1260 mm kürzer – wurden reduziert und die Schussfolge auf etwa 650 Schuss pro Minute erhöht. Allerdings wurde dies auf Kosten einer deutlich geringeren Mündungsgeschwindigkeit realisiert. Auch neigte die MK 108 – aufgrund der bei Kurvenkämpfen auftretenden erhöhten G-Belastung – zu Ladehemmungen, was allerdings bei der Bekämpfung von Bombern keine Rolle spielte, da diese keine engen Kurven fliegen konnten. Durch die kompakten Ausmaße konnte die MK 108 auch in einmotorigen Jagdmaschinen vergleichsweise unkompliziert eingebaut werden und ersetzte dort die MG 151/20 als Motorkanone in den /U4-Versionen der Bf 109G. Im Außenflügel der zur Bomberbekämpfung eingesetzten Focke-Wulf Fw 190-A-7/A-8 wurde der Rüstsatz R2 verwendet, diese Flugzeuge wurden auch als Sturmjäger eingesetzt.

Die ersten MK 108 wurden im Juni 1943[2] in die Bf 109 G-6/U4 als Motorkanonen eingebaut und bis zum Kriegsende 1945 bei der deutschen Luftwaffe eingesetzt, unter anderem auch als Bewaffnung der Messerschmitt Me 262. Sie war, bezogen auf das Kaliber 30 mm, bis zum Kriegsende die Standard-Kanone der Luftwaffe.

Das Patronengewicht lag bei 480 g, das Geschossgewicht bei 330 g. Es wurden hauptsächlich Minengeschosse verschossen.

Bis 1945 wurde an dem Nachfolgemodell MK 112 gearbeitet, das jedoch nur noch den Prototypstatus erreichte.

Funktion:

Die MK 108 ist eine offen zuschießende Waffe. Das bedeutet, dass sich vor dem Schuss keine Patrone im Patronenlager befindet und der Verschluss hinten liegt. Die Waffe ist vor dem Abziehen also offen. Dadurch befindet sich im feuerbereiten Zustand keine Patrone im heißgeschossenen Rohr, was die Gefahr der Selbstentzündung stark reduziert sowie eine Kühlung des Rohres durch Lufteinströmung erlaubt.

Im Gegensatz zur MK 103 besitzt die MK 108 keine Verriegelung des Verschlusses. Es handelt sich um einen reinen Feder-Masse-Verschluss. Um die Masse des Verschlusses akzeptabel gering zu halten, musste die Lauflänge kurz (und damit die Mündungsgeschwindigkeit niedrig) gehalten werden. In der Konstruktion der MK 108 wurden also einfache Bauweise, hohes Geschossgewicht und hohe Schussfolge betont, dies jedoch zu Lasten der Mündungsgeschwindigkeit.[3]

Um die Waffe fertigzuladen (feuerbereit zu machen), muss sie pneumatisch durchgeladen werden. Dabei wird der Verschluss mittels Druckluft vom Durchladekolben zurückgezogen und die Schließfedern gespannt. Nach dem Loslassen des Durchladeknopfes schließt das elektropneumatische Durchladeventil und der Durchladekolben wird durch eine Druckfeder in seine Ausgangsstellung gebracht, während der Verschluss vom Abzugsriegel in gespannter Position gefangen wird. Der Patronengurt wurde über die Steuerkurven des Verschlusses und die Steuerhebel der Gurtzuführung um eine halbe Gurtteilung weitertransportiert.

Nach dem Drücken des Abzugknopfes spricht ein elektromagnetischer Schalter (das sog. Abfeuerschütz) an. Dadurch erhalten das elektropneumatische Abzugsventil und der Zündumformer Strom. Das sich öffnende Abzugsventil lässt Druckluft zur Abzugseinrichtung strömen. Der mit Druckluft beaufschlagte Kolben der Abzugseinrichtung steuert den Abzugsriegel nach unten. Dadurch wird der unter dem Druck der gespannten Schließfedern stehende Verschluss frei und schnellt nach vorn. Auf dem Weg nach vorn betätigt der Verschluss die Gurtzuführung. Der Patronengurt wird vom Gurtschieber um eine halbe Gurtteilung weitertransportiert, so dass eine Patrone in Zuführstellung gebracht und vom Verschluss aus dem Patronengurt gestoßen wird. Diese Patrone wird vom vorlaufenden Verschluss in das Patronenlager des Rohres geschoben. Vor dem Erreichen der vorderen Endlage des Verschlusses wird die Auszieherkralle in die Auszieherrille der Patronenhülse gebracht und die elektrische Zündung der Patrone eingeleitet. Der Zündstromkreis wird durch das Anlaufen der Verschluss-Kontaktfeder an der Zündschiene im Waffengehäuse geschlossen. Damit fließt über den Zündstift elektrischer Strom durch einen sehr dünnen Draht im Zündhütchen der Patrone. Der Draht wird stark erhitzt, verglüht in sehr kurzer Zeit und zündet den Anzündsatz. Über den Anzündsatz wird das Treibladungspulver der Patrone gezündet, der Schuss bricht. Nach dem Verglühen des Zünddrahtes ist der Zündstromkreis sofort unterbrochen.

Bereits vor dem Erreichen seiner vorderen Endlage wird der Verschluss durch den Rückstoßimpuls nach hinten beschleunigt und die Schließfedern gespannt. Die abgefeuerte Patronenhülse wird von der Auszieherkralle aus dem Patronenlager gezogen und – eine Besonderheit der MK 108 – nicht ausgeworfen, sondern in die leere Tasche des Patronengurtes gezogen. Der Gurt zerfällt nach dem Durchlauf in die einzelnen Glieder mit den Patronenhülsen.

Nachdem die Auszieherkralle die eingezogene Patronenhülse freigegeben hat, läuft der Verschluss weiter nach hinten, bis er umkehrt. Die Rücklaufenergie des Verschlusses wird dabei von je zwei Schließ- und Ringfedern aufgezehrt.

Solange die Abzugsvorrichtung mit Druckluft beaufschlagt ist, kann der Verschluss ungehindert vorlaufen und Patronen zuführen und zünden (Dauerfeuer). Wird das Abzugsventil stromlos, so wird der Abzugskolben drucklos und kehrt in seine Ausgangslage zurück. Dadurch wird der Abzugsriegel frei und durch starke Druckfedern angehoben. Der Abzugsriegel tritt in die Verschlussbahn und fängt den vorlaufenden Verschluss. Das Feuer ist unterbrochen.

Durchladeeinrichtung und Abzugseinrichtung sind gegeneinander verriegelt. Damit wird ein gleichzeitiges Durchladen und Abziehen verhindert.

Technische Daten:

- Typ: einläufige Maschinenkanone

- Funktion: Rückstoßlader

. Kaliber: 30 × 90RB

. Hersteller: Rheinmetall-Borsig

- Länge: 1057 mm

- Rohrlänge 545 mm

- Gewicht: 58 kg

- Schussfolge (pro min): 650

- Mündungsgeschwindigkeit: 505–540 m/s

- Projektilgewicht: 330 g

- Patronengewicht: 480 g

- Mündungsenergie: 42.079–48.114 Joule

de.wikipedia.org/wiki/MK_108

Nur ca. 20 Minuten von Doksy entfernt (zwischen Svitava und Velenice) befindet sich ein großes Höhlensystem, in welchem der tschechische Motorradclub “Pekelne Doly” (Teufelsgrube) zu Hause ist.

"Die Höhle ist ganzjährig geöffnet, außer montags und dienstags. In der Höhle gibt es 2 Bars, von denen eine ganzjährig in Betrieb ist und die andere nur bei großen Events geöffnet wird. Hier kann jeder Biker und auch ganz normale Besucher aus einem leckeren Imbiss- und Getränkeangebot wählen und es sich gemütlich machen. In der Höhle sind ganzjährig konstant ca. 12° Celsius, im Sommer kann man aber auch direkt davor unter schattigen Bäumen im Warmen sitzen. Und das allerbeste ist, daß man mit seinem Motorrad, Trike, Quad usw. in die Höhle, direkt an der Bar vorbei bis zur gewünschten Couchecke fahren und dort sein Bike parken kann. Oder nur ne einfache Runde durch die Höhle fahren (mit aufgemalten Straßen und Kreisverkehr). Einfach vorne rein und hinten wieder raus. Für diejenigen, die abends nicht mehr heimfahren wollen, gibt´s reichlich und vor allem kostenlose Schlafmöglichkeiten (Matratzen und Couches) . Schlafsack mitbringen genügt und man kann direkt neben seinem Bike schlafen. Interessant ist dann auch die Akkustik in der Höhle, wenn nach großen Events ein paar hundert Leute neben ihren Motorrädern schnarchen."

www.doksyblog.de/2010/01/28/pekelne-doly-bikerhohle/

Fotos Axel

 

Der Außenbereich der UV mit weiteren ehemaligen Zugängen

Kammerpfeilerabbau in der einstigen Höhle zur Gewinnung von Glassand zur Spiegelproduktion. Die spätere Untertage Verlagerung NAUTILUS und heutige Bikerhöhle

Fotos Lori

Rechts die Fahrstrecke für Motorräder in der Höhle

Fotos Steve www.verborgene-orte.de

 

Die Barbedinung der Bikerhöhle

Leckeres in der Bikerhöhle, oder -hölle ???

www.mctramps.de/forum/phpBB3/download/file.php

 

 

Ein mittelalterliches Gangsystem ganz in der Nähe der Untertage Verlagerung. Möglicherweise jahrhunderte alter Fluchttunnel

Fotos Axel

 

Größenvergleich mit Lori

 Fotos Loreen

Fotos Steve www.verborgene-orte.de

 

Velenice (deutsch Wellnitz) ist eine Gemeinde des Okres Česká Lípa in der Region Liberec im Norden der Tschechischen Republik. Sie liegt im Süden des Lausitzer Gebirges an der Straße von Zákupy (Reichstadt) nach Cvikov (Zwickau in Böhmen) im Tal des Flüsschens Svitávka (Zwittebach). In der Ortschaft befindet sich die Barockkirche der Heiligen Dreifaltigkeit von 1735. Westlich des Dorfes liegen auf dem Schloßberg die Reste einer mittelalterlichen Burg. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit des Ortes ist das um 1711 geschaffene Heilige Grab (Boží hrob), eine in einer künstlichen Höhle angelegte Kapelle. Velenice war einst eines der Zentren der Spiegelfabrikation in Böhmen. Nördlich des Ortes im Zwittetal bestand von 1767 an die von Graf Josef Max Kinsky errichtete Spiegelfabrik Wellnitz. 1854 wurde die Spiegelfabrik Rabstein gegründet, deren markantes, unter einem großen Felsüberhang gelegenes Produktionsgebäude auch heute noch erhalten ist. Der für die Spiegelproduktion nötige Glassand wurde in unmittelbarer Nähe der Spiegelfabriken unter Tage gewonnen. Die seinerzeit entstandenen unterirdischen Abbaue („Wüste Kirche“) befinden sich sämtlich nahe der Straße nach Svitava (Zwitte) und sind öffentlich zugänglich. Verwaltungstechnisch bildete Wellnitz ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Haida bzw. im Bezirk Böhmisch Leipa.

Getippt: Axel

© Fotos: Axel, Lori & Steve www.verborgene-orte.de

© Team Bunkersachsen 2013

         Zurück nach oben